HERR A.
Wochenimpuls · 28. September 2026

Wenn eine Rolle zu eng geworden ist.

Welche Rolle spielst du noch, obwohl sie dir längst zu eng geworden ist?

Manche Rollen haben wir uns nicht ausgesucht. Wir sind hineingewachsen: die verlässliche Person, die alles regelt. Der Starke, der keine Hilfe braucht. Diejenige, die immer Verständnis zeigt. Oft hatten diese Rollen einen guten Grund. Sie haben Zugehörigkeit geschaffen, Streit vermieden oder uns durch eine schwierige Zeit getragen.

Gerade weil sie einmal nützlich waren, halten wir an ihnen fest. Menschen wissen, was sie von uns erwarten können. Wir selbst kennen den Ablauf. Ein Ja kommt schnell. Die eigene Grenze wird später geprüft.

Was passt heute noch?

Eine Rolle abzulegen heißt nicht, frühere Entscheidungen abzuwerten. Du kannst dankbar sein für das, was dir geholfen hat, und trotzdem anerkennen, dass du heute anders leben möchtest. Die Frage ist nicht, ob du dich jemals angepasst hast. Sie lautet: Triffst du diese Entscheidung noch bewusst?

Vielleicht beginnt Veränderung mit einem kleinen Satz. „Heute kann ich das nicht übernehmen.“ Oder: „Ich sehe das inzwischen anders.“ Solche Sätze müssen keine Erklärung für die letzten zehn Jahre enthalten. Sie beschreiben, was heute stimmt.

Du darfst prüfen, ob eine alte Antwort noch zu deinem heutigen Leben passt.

Wer sich verändert, irritiert manchmal sein Umfeld. Das ist kein Beweis dafür, dass die Veränderung falsch ist. Bleib klar und respektvoll. Beobachte zugleich, wie es dir geht, wenn du nicht sofort in die vertraute Rolle zurückkehrst.

Deine FrageWelche Rolle spielst du noch, obwohl sie dir längst zu eng geworden ist?
Deine Aufgabe für diese WocheSchreibe einen Satz auf, den du diese Woche ehrlich sagen möchtest.

Wenn du tiefer über Erwartungen, alte Muster und die eigene Stimme nachdenken möchtest, lies mehr über das Buch:

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