HERR A.
Gedanken von Herr A. · 19. Oktober 2026

Was dir guttut, darf Platz haben

Manchmal reicht ein ruhiger Nachmittag, ein gutes Gespräch oder Zeit für etwas, das man gerne macht. Hinterher merkt man: Das hat mir gefehlt. Das möchte ich öfter haben.

Und dann beginnt die nächste Woche. Termine, Aufgaben, Nachrichten. Was eben noch gutgetan hat, rutscht wieder nach hinten. Mach ich später. Wenn mehr Zeit ist.

Nur wird die Zeit selten von allein mehr.

Natürlich gibt es Verpflichtungen. Nicht alles lässt sich verschieben, und manche Tage lassen kaum Luft. Trotzdem lohnt sich ein ehrlicher Blick: Fehlt mir gerade die Möglichkeit – oder nehme ich meine eigenen Bedürfnisse weniger ernst als alles andere?

Wir halten Verabredungen ein, helfen anderen und versuchen, zuverlässig zu sein. Bei uns selbst sind wir oft großzügiger mit dem Absagen.

Dabei muss es nichts Großes sein. Ein paar Seiten lesen. Musik hören. Etwas reparieren, malen oder draußen sitzen. Zeit mit Menschen verbringen, bei denen wir uns wohlfühlen. Oder bewusst für uns sein.

Nicht jeder freie Moment braucht eine Aufgabe. Ein Hobby darf Freude machen, ohne ein Ergebnis liefern zu müssen. Und ein ruhiger Tag darf sich gut anfühlen, auch wenn wenig erledigt wurde.

Vielleicht fällt dir ein Moment aus den vergangenen Tagen ein, in dem du zufrieden warst. Was hat dazu beigetragen? Die Gesellschaft? Die Ruhe? Dass du etwas mit deinen Händen gemacht hast? Oder dass gerade niemand etwas von dir wollte?

Genau dort kannst du ansetzen. Such dir eine Sache aus, die du diese Woche wiederholen möchtest. So, dass sie in deinen Alltag passt und du dich darauf freuen kannst.

Die Wochenfrage · 19.–25. Oktober 2026

Was tut dir gut – und warum bekommt es so wenig Platz in deinem Alltag?

Herr A.

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